LR 1600/2 - Hub von 5 Brückenteilen

Spektakuläre Nachtarbeit

Gute Planung und Zusammenarbeit aller Beteiligten lässt historische Brücke problemlos zu Boden schweben.

Anfang Oktober 2016 konnte RIGA in Frankfurt am Main beweisen, was der Raupenkran LR 1600/2 in Verbindung mit dem von uns entwickelten modularen Spreiztraversensystem leisten kann.
Die historische Schwedlerbrücke, eine über 100 Jahre alte Stahlkonstruktion, führt als wichtige Fußgängerverbindung vom Ostpark zum Osthafen und überspannt dabei viel befahrene Gleisanlagen der Deutschen Bahn. Das denkmalgeschützte Bauwerk befand sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand und musste dringend abgebaut werden, da eine Gefahr für die darunter verkehrenden Züge durch herabfallende Teile bestand.

Für diese Aufgabe wurde der LR 1600/2 mit einem 114 m Hauptmast und einem 36 m Derrickausleger versehen, insgesamt 565 t Ballast auf Ballastwagen hielten das Ganze in der Waage. Der Kranplatz, der teils auf betonierten Flächen und teils auf Gleisen lag, musste so vorbereitet werden, dass der Kran auch unter Last verfahren werden konnte. In einer Nacht von Sonntag auf Montag war dann um 22 Uhr der große Moment gekommen: Die Gleise wurden gesperrt und die Fahrleitungen stromlos geschaltet. Das erste, am weitesten entfernte Brückenteil wurde angeschlagen, gehoben und unmittelbar neben seiner alten Position abgelegt. Das zweite Segment war in Gewicht und Abmessungen zwar ähnlich, aber nicht identisch. Dank des modularen Aufbaus konnte unser Traversensystem sehr zügig daran angepasst werden.
Höhepunkt der Nacht war der Hub des dritten und schwersten Brückenteils. Dies war einer der vier charakteristischen Bögen der Schwedlerbrücke mit einem Gewicht von 72,5 t und 45 m Länge. Als dieses Segment am vorgesehenen Platz abgelegt wurde, waren gerade einmal 12 Stunden vergangen. Durch den Einsatz eines Ballastwagens konnte ein erheblicher Zeitvorteil herausgearbeitet werden, da hierdurch das Ballastieren und Umballastieren des Derrickballastes gänzlich entfiel. Somit lag das Team deutlich vor der eingeplanten Zeit. Nun konnten zusätzlich noch die alten Pendelstützen abgehoben werden – recht kleine und leichte Teile, für die eigentlich ein zusätzlicher Einsatz mit kleinem Kran vorgesehen war. Die Sperrung der wichtigen Bahnstrecke über eine weitere Nacht blieb der Deutschen Bahn somit erspart.
Nach diesem, dank guter Zusammenarbeit aller Beteiligten  optimal verlaufenen Einsatz wird nun an dem abgelegten Brückenbogen geprüft, welche Schäden vorhanden sind und wie die Sanierungsmaßnahmen aussehen müssen. Geplant ist, dass die Frankfurter 2018 wieder ihre dann rundum erneuerte Brücke betreten können.