Einhub mit Symbolkraft

Mahnmal erhält nach achtzig Jahren wieder einen Turmhelm

Seit die Kirche St. Christoph 1945 bei einem Bombenangriff auf Mainz zerstört wurde, stehen die Überreste als Mahnmal des Krieges an der Christofsstraße. Ein weithin sichtbarer Beitrag zur Erhaltung bzw. Restauration des Gebäudes war das Aufsetzen des fast zwanzig Meter hohen Turmhelmes auf den zuvor statisch verstärkten Kirchturm. 

Um den Bodenbelag um das Denkmal herum zu schützen, kam zunächst ein LTM 1040-2.1 zum Einsatz, der 100 Quadratmeter Fahrbahnbleche und Lastverteilmatten zum Schutz auslegte. Als diese Arbeiten erledigt waren, konnte der LTM 1300-6.3 rückwärts an die am Boden vormontierte Dachsilhouette manövrieren und mit 77 Tonnen Ballast aufgerüstet werden. Die zunächst eine handvoll interessierten Mainzer wuchsen während der Arbeiten schnell auf etwa knapp einhundert Personen an, die sich den besonderen Moment nicht entgehen lassen wollten. Nicht nur am Boden schauten Besucher zu, sondern auch auf dem Dach eines nahegelegenen Parkhauses sammelten sich Passanten und in den umliegenden Gebäuden wurden Fenster geöffnet und Bewohner schauten gespannt den Arbeiten zu. Die 18t schwere Spitze wurde mit einem zuvor extra für diesen Einsatz geplanten Gehänge aus Spreize, Hebebändern und Lastausgleichswippen an der Hakenflasche befestigt. Konstruktionsbedingt musste die Last unterhalb des Schwerpunktes angeschlagen werden, daher wurden im oberen Drittel des Stahlbaus horizontale Bänder zwischen den acht Anschlagwirbel eingehängt, die bei einem Kippen der Last die Konstruktion sicher in Position gehalten hätten. 

Ein erstes Staunen war zu vernehmen, als Kranfahrer Fred Wunsch die Hakenflasche aufzog und das angedeutete Dach sich vom Boden löste. Langsam schwebte die Spitze aus den umringenden Bäumen am Mast des Kranes empor und kam der Montageposition in 31m Höhe auf dem neu errichten Ringanker näher. Danach galt es, trotz aufkommenden Windes und Regen, den Mast zu schwenken und die sechseinhalb Meter breite Spitze millimetergenau auf den vorbereiten Stehbolzen abzusetzen. 

Die filigrane Konstruktion wurde von unzähligen Augen beobachtet, aber auch viele Smartphones waren gezückt und Kameras warteten auf den Moment, in dem die Spitze nicht mehr nur am Kran hing. Applaus brandete auf, als die Hebegurte an der Konstruktion ihre Spannung verloren, da die Spitze sicher auf dem neuen Platz abgesetzt wurde. 

Eingesetztes Equipment