Kleines Wahrzeichen erhält Schönheitskur

Clevere Lösung sorgt für Heben ohne Bohren

Wie ein Spinnennetz geformt liegen auf dem Mainzer Marktplatz Granitplatten im Boden, umrahmt von dunklem Kopfsteinpflaster. Aus allen Richtungen des Marktplatzes führen die Platten in die Mitte, dorthin wo die Heunensäule steht. Ein 16t schwerer Sandsteinzylinder, eingefasst von einer edlen Plastik aus Bronze am Sockel. Ein Geschenk zum tausendjährigen Jubiläum des Doms. Seit 1975 markiert sie nicht nur das Zentrum des Platzes, sondern ist ein beliebter Treffpunkt und Ankerpunkt des Lichterhimmels zum Weihnachtsmarkt. 

Zur Restaurierung musste die Säule nun demontiert und nach Abschluss der Arbeiten wieder auf ihren angestammten Platz gestellt werden. Eigens für diesen Einsatz wurde ein Gehänge bestehend aus Rohrspreize, Rundschlingen und Gummimatten geplant, das ohne eine einzige Bohrung am Stein auskam. Die Spreize sorgte für Abstand der Rundschlingen, die Gummimatten für Schutz und Fixierung der Hebebänder, während  der Stein nun, wie der Sitz einer Schaukel, zwischen den Textilbändern hing.  

Die Hebearbeit führte der LTM1100-5.3 aus, an dessen Hakenflasche der Monolith des Fundaments schwebte. Zum Umlegen stand ein LTM 1040-2.1 als Hilfe bereit, der nach dem Abheben ins Spiel kam um die 6,4m lange Last mit einem Durchmesser von 1,2 Metern schadfrei in eine waagerechte Position zu bringen. Im Tandemhub wurde die Säule dann in Lagerböcken auf einem dreiachsigen Plattformauflieger abgelegt, mit Spanngurten gesichert und zur Restauration ins acht Kilometer entfernte Budenheim transportiert. 

Zehn Wochen später rollten die zwei Krane erneut auf den Marktplatz im Schatten des Mainzer Domes, um den Sandsteinmonolithen wieder in aufrechter Position auf sein Podest zu bringen. Schien beim Abbau die Sonne und alle Außenplätze der umliegenden Gastronomen waren gut gefüllt, regnete es diesmal in Strömen und auf den Stühlen nahmen nur Regentropfen platz. Doch unsere Mannschaft ließ sich vom Wetter nicht beeindrucken. Die Säule, welche nun in neuem Glanz erstrahlte, rollte diesmal auf einem Semitieflader über den Marktplatz. Die Krane wurden wieder im rechten Winkel um den Sockel des kleinen Wahrzeichens platziert und im parallelen Zug erhob sich der Sandsteinzylinder aus den hölzernen Lagerböcken des Tiefladers. Dann wurde der Transporter unter der Last herausgefahren, damit genügend Platz zum Aufstellen in die Vertikale vorhanden blieb. Nun galt es, die in der Schaukel schwebende Säule wieder millimetergenau zu positionieren, damit die anschließenden Arbeiten, wie der Zusammenbau des Sockels ohne Probleme gelingen konnten und die Mainzer ihren Mittelpunkt auf dem Marktplatz am Dom wieder besuchen können.  

Eingesetztes Equipment