10 Gasmotoren fürs Mainzer Blockheizkraftwerk

10 Gasmotoren fürs Mainzer Bockheizkraftwerk

140 t schwere finnische Generatoren im Tandemhub für Mainzer Blockheizkraftwerk

Zum gesamten Einsatz gibt es hier auch einen Film.

Auf der Ingelheimer Aue mitten im Rhein in der Höhe Mainz-Mombach soll künftig aus Erdgas Strom sowie Fernwärme für die Landeshauptstadt Mainz erzeugt werden. 

Die Generatoren für das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) wurden auf dem Wasserweg aus Finnland über Antwerpen/Belgien zum Containerterminal Mainz antransportiert. Ab hier übernahmen wir von unserem Auftraggeber, dem Logistik Spezialisten UTC den Transport vom Containerhafen zu zwei Zwischenlagern des Blockheizkraftwerkes der Kraftwerke-Mainz-Wiesbaden AG. 

In der Projektierungsphase bedurfte es einiger Vorbereitungen, wie beispielsweise einem statischen Nachweis zur risikolosen Lasteneinleitung der Kranstützlasten in die Kaimauer des Terminalbetreibers sowie weitere Maßnahmen und Genehmigungen für einen reibungslosen Transport der Generatoren und eines Tanks. Des Weiteren war die Auslegung der Schienen innerhalb des Terminals mit Bogossimatten nötig, um die Zufahrt der Krane und die Tranportstrecke der SPMTs zu ermöglichen.

Nachdem dann die Kräne, der LTM 1750-9.1 und LTM 1500-8.1 endlich positioniert und aufgebaut, sowie Transportfahrzeuge, bestehend aus 10 Achsen SPMT-Modulen mit PPU vorbereitet waren, konnte es am darauffolgenden Tag losgehen. Die Entladung des ersten von zehn 140  t schwere Generatoren mit 13,12  m Länge x 3,30  m Breite x 4,28  m Höhe begann am Dienstagmorgen pünktlich um 7:00  Uhr im noch dunklen und nebelverhangenen Mainzer Containerterminal. Bei diesem mystischen Ambiente hievten die beiden Telekrane den ersten Generator auf eines der in Position gefahrenen SPMT-Module, welches den Generator dann über die vorbereitete Transportstrecke, über Schienen, durch Kreisverkehre und den geöffneten Zaun des Kraftwerkgeländes zum Zwischenlager transportierte. 

Die Riga-Montage-Gruppe stand an den für die Generatoren bereits vorbereiteten Stellplätzen parat. Vorausgegangen waren hier ein exaktes Positionieren und Einnivellieren der Absetzdosen nach Plan. Der Transport fuhr im Schritttempo zwischen die Absetzdosen und setzte den Generator hydraulisch ab. Diesen Hebe- und Transportvorgang wiederholte unser Team an zwei Tagen mit beiden SPMT-Modulen im Pendelverkehr. Ohne Zwischenfälle und dank der sich einstellenden Routine konnte bereits am Mittwochmittag der Abbau des RIGA Equipments beginnen. 

Einige Monate später war ihr neues Zuhause bezugsbereit und wir konnten uns an die letzte Etappe der langen Reise machen, die die Motoren von Vaasa in Westfinnland nach Mainz geführt hatte. Das Verladen auf die 10-achsigen SPMT-Einheiten stellte keinerlei Problem dar, da wir die Motoren am Abstellplatz auf Absetzdosen in geeigenter Höhe belassen hatten – einfach drunterfahren, SPMT anheben, fertig.

Vor der Kraftwerkshalle wurden die 140-Tonnen-Kolosse schon vom Raupenkran LR 1600/2 erwartet, der auf einer vorbereiteten Kranfahrbahn aus Schwerlastbohlen postiert war. Denn wegen der niedrigen Duchfahrthöhe unter der Hallendecke und der Breite der Abstützträger konnten die Motoren nicht direkt mit den SPMT an ihren Einbauort gefahren werden. Also nahm der Kran die Aggregate an den Haken und setzte sie auf einen sehr flachen Schwerlastplattenwagen, für den wir vor jedem Hallentor eine Fahrbahn aus Stahlplatten auslegen mussten. 

Dann schob ein Stapler den Wagen in die Halle und auf die Maschinenfundamente, wo die Motoren dann mit Hydraulikhebern an der vorgesehenen Position abgesetzt wurden. Was recht einfach klingt, nahm doch jedesmal einige Stunden in Anspruch, da die Gasmotoren auf schwingungsdämpfenden Federelementen montiert wurden und eine sehr feine Justage notwendig war.

Künftig werden diese zehn Gasmotoren eine wichtige Rolle für die Energieversorgung der Stadt Mainz spielen. In Zeiten, in denen immer mehr Strom aus Fotovoltaik- und Windkraftanlagen kommt, sind Gaskraftwerke nicht mehr dauerhaft ausgelastet. Dennoch braucht man sie, um Schwankungen bei den erneuerbaren Energieträgern auszugleichen. Die neuen Gasmotoren können nach Bedarf innerhalb von zwei Minuten einzeln hochgefahren und zugeschaltet werden, was die Stromerzeugung sehr flexibel macht. Insgesamt leisten sie 100 MW elektrische Energie und erzeugen darüber hinaus auch noch Fernwärme, sodass der Wirkungsgrad insgesamt rund 85 % beträgt; das ist deutlich effizienter als beim bestehenden Gas- und Dampfturbinenkraftwerk am selben Standort.