Kurze Rüstzeit, langer Mast
Neuanschaffung brilliert bei Demontage von Turmdrehkranen
In Wiesbaden entstanden vierhundert Wohneinheiten in einem neuen Karree, dem Kärntner Viertel. Auf den Baustellen und der Ringstraße des Baufeldes herrschte reges Treiben in aller Frühe. Am südlichen Ende schob sich der rote Mast des LTM 1300-6.3 zwischen den Häuserfluchten empor. Davor stand ein dreiachsiger LKW mit Auflieger, der die Ballasttaschen geladen hatte, die noch eingehängt werden mussten. Es war einer der ersten Einsätze für den Mobilkran, der mit 72 Tonnen Ballast fast voll aufgerüstet war und einen Turmdrehkran demontieren sollte.
Den 90 Meter langen Teleskopausleger musste Kranführer Lars Vielmuth nicht komplett ausschieben. Der Baukran hatte nur eine Hakenhöhe von 42 Metern, und der Mobilkran zur Demontage stand fast direkt daneben. Routiniert wurde zunächst der Großteil des Kontergewichtes am Turmdreher angeschlagen und zu Boden gebracht. Darauf folgte die Vorbereitung des sechzig Meter langen Hauptauslegers, die Hakenflasche arretierte und das Hubseil wurde eingezogen. Die Monteure kletterten bestens gesichert über den mehr als mannshohen Ausleger und hängten noch die Ketten zum Hub ein, während am Boden bereits passende Gestelle platziert wurden. Aufgrund der Länge des Auslegers musste dieser ganz am Rande des Baufelds abgelegt werden, eine große Ausladung war notwendig für das fast fünfzehn Tonnen schwere Gitterwerk.
Während der letzte Ballaststein folgte, machten Arbeiter am Boden bereits die Laufkatze transportbereit. Der Gegenausleger konnte nach dem Einhängen und Lösen der Verbindungen direkt auf den bereitstehenden Telesattelauflieger verladen werden. Für den Transport mussten noch die Haltestangen mit Hilfe des Krans eingeklappt werden. Zusätzlich erhielt das Fahrzeug noch ein Gitterteil als Ladung. Nach der ordnungsgemäßen Ladungssicherung begab sich der Fahrer auf den Weg zum neuen Aufbauort und schuf somit Platz für die nächsten Transporte. Dann wurde der Ausleger in transportgerechte Teile zerlegt und für die weiteren Fahrzeuge bereitgelegt. Die Kabine wurde derweil arretiert und die elektrischen Verbindungen gekappt, ehe die ersten Bolzen gelöst wurden, für den anstehenden Hub. Kurz nachdem das Gehänge eingeklinkt war, hing der Drehkranz mit Steuerhaus auch schon am Haken und wurde abgesetzt, damit die weiteren Teile des Mastes folgen konnten. Der Liefer- und Baustellenverkehr erforderte eine genaue Planung der Transporter, da keine zwei Fahrzeuge aneinander vorbeikommen konnten. Dank des eingespielten Teams gelang der Abbau problemlos und schneller als geplant.