Präzision auf fünf Millimeter
Einfahren einer Bahnüberführung mittels SPMT
Der Mobilkran LTM 1070-4.2 hatte das Transportequipment fertig montiert, der SPMT (Selbstfahrer) stand mit zwei Powerpacks und zehn Achsen parallelgekuppelt für den Transport bereit. Verbunden waren die Module mit eigens angefertigten Koppelböcken, die nur 200 mm breit waren. Sonst hätte der Transporter nicht durch die Bahnüberführung gepasst, die es zu verfahren galt.
Doch von einer Überführung war nichts zu sehen. Die Baustelle lag rund zwei Kilometer Fahrweg entfernt. Da der Einbauort direkt an eine viel befahrene Umgehungsstraße grenzte, hätte diese für die Montage des SPMT gesperrt werden müssen. Deshalb nutzte man ein ehemaliges Militärgelände für den Zusammenbau. Die Straße musste nur kurze Zeit für die Leerfahrt gesperrt werden. Abgesichert durch vier Begleitfahrzeuge, machte sich der zweispurige Transporter auf den Weg zur Baustelle. Einziges Hindernis auf diesem Weg stellte eine Verkehrsinsel dar, weil der Lenkeinschlag aufgrund der schmalen Koppelböcke auf 33 Grad reduziert war.
An der Baustelle angekommen, wurde das Fahrzeug direkt unter die 480 t schwere Bahnüberführung gesteuert, die parallel zur bestehenden eingleisigen Strecke erbaut worden war. An den Seiten der Durchfahrt blieb nur wenig Platz, was aber keine größeren Probleme darstellte. Zentimetergenau unter dem Bauwerk postiert, begann der Hubvorgang mittels Stufenhebern. Damit die Überführung beim Hub und Verfahren nicht zusammenknickte, wurden außerdem zwei Rohrspreizen mit Hydraulikhebern als Abstandshalter eingepresst. Das Verfahren zum Ziel klappte problemlos und der Auftraggeber staunte ob der kurzen Zeit, bis die Überführung auf 0,5 Zentimeter positioniert war. Danach wurde das Bauwerk mittels Stufenhebern unter Straßenniveau auf das Fundament abgesenkt und die SPMT-Einheit trug bis zur Austrocknung nach der Betonage die Überführung.