Präzision trotz schwerster Lasten
Umschlag und Montage eines Generators bei ABB in Ratingen
„Nächtliche Sperrung der A52 aufgrund eines Schwertransportes“ lautete die Meldung im Verkehrsfunk. Doch den Autofahrern, die an diesem Abend an der Anschlussstelle Düsseldorf auf die benachbarte A45 abgeleitet wurden, bot sich ein besonderes Bild. Hell erleuchtet standen zwei große Mobilkrane auf den drei Fahrspuren in Richtung Essen.
Umringt wurden die Krane von gelben Begleitfahrzeugen, unzähligen Sattelaufliegern und zwei langen, hundertfach bereiften, Schwertransportern.
Innerhalb von nur gut zwei Stunden sorgte unser starkes Team dafür, den LTM 1650-8.1 sowie den LTM 1450-8.1 zugbereit stehen zu haben, ehe die Bundesautobahn in beide Richtungen voll gesperrt wurde, damit auf der Gegenspur ein Transport besonderer Größe anrollen konnte. Aufgrund der Unpassierbarkeit einer Brücke musste ein Stator für den Kunden ABB AG in Ratingen von der einen Richtungsfahrbahn auf die andere verhoben werden. Die 188t schwere Last konnte nicht einfach quer über die Fahrbahn fahren, da zwei Betonleitwände und ein Höhenunterschied von einem halben Meter die Spuren trennen. Für das Entfernen und Ausgleichen dieser Unebenheit wären mehrere Tage Sperrung notwendig geworden und beachtliche Kosten angefallen. Durch die herausragende Leistung aller Beteiligten gelang der Umschlag in einer Sperrzeit von nur sechs Stunden.
Genau im Zeitplan rollten die beiden grünen Zugmaschinen des Spezialisten W. Mayer Kraftwagenspedition mit dem zwanzigachsigen Plattformroller auf der Gegenspur an, den die zwei Großkrane geduldig erwarteten. Der Tross kam gerade zum Stehen, da wurden schon die Spannketten gelöst und die unterarmdicken Stahltaue zum Heben in die Laschen gehängt. Der LTM 1450-8.1, ausgerüstet mit größtmöglicher Ballastierung von 134t, und der LTM 1650-8.1 zogen die Last problemlos an und schwenkten den 7,4m langen Stator zwischen den Kranen hindurch über den bereitstehenden SPMT. Ausgestattet mit 24 Achslinien und einem aufgelegten Powerpack stand der Transporter neben den Stützplatten der zwei Lastenheber bereit. Zur passenden Lastverteilung war eine präzise Positionierung nötig, die eine gewisse Zeit in Anspruch nahm. Nachdem der SPMT sich mit vielen Begleitfahrzeugen auf den Weg ins zweieinhalb Kilometer entfernte Werk machte, begann auf der Autobahn wieder reges Treiben zum Abrüsten und Verladen sämtlicher Teile der Mobilkrane, damit die Sperrung wie geplant, um fünf Uhr am Morgen beendet werden konnte.
In den Tagen bevor der Transport das Werksgelände in Ratingen erreichte, wurde von unserem Montageteam bereits das Greiner Hebe- und Verschiebesystem GHS 3-1000 vor der Maschinenhalle, dem zukünftigen Standort des fast vier Meter breiten und hohen Stators montiert, um die Last am Morgen nach der Ankunft direkt übernehmen zu können. Die Projektleitung hatten Uwe Langer und Andreas Webler inne. Die Entladung vom SPMT gelang problemlos und nun konnte ein Planum für die Drehvorrichtung in Flucht des Hallentores angelegt werden. Dies war nötig, da die Zufahrt mittels SPMT in das Gebäude räumlich nicht gegeben war. Der LTM 1070-4.2 unterstützte die Arbeiten, indem zuerst eine Fläche aus Baggermatten ausgelegt wurde. Auf diese Unterlage montierten die Kollegen eine Drehvorrichtung, auf der wiederum zwei Träger für eine Verschubbahn positioniert wurden. Das Hebesystem wurde dann über das Gestell verfahren und die Last darauf abgesetzt. Danach erfolgte die Demontage des Greiner Hubsystem, das zum Wiederaufbau in der Halle zwischengelagert wurde, ehe das Gehäuse hydraulisch um 90 ° zum Hallentor gedreht werden konnte.
Am nächsten Tag erfolgte mit Hilfe des Teleskopstaplers der Lückenschluss zwischen vormontierter Verschubbahn in der Halle und den Trägern davor durch Zwischenstücke. Außerdem wurde das Hubsystem mit dem Deckenkran im Inneren des Gebäudes montiert. Ein Verschub auf der Bahn war nötig, da die Wandöffnung nur eine begrenzte Höhe und Breite bot.
Die Übernahme durch das Hubsystem am Abstellplatz erfolgte, weil der von GE Vernova aus Frankreich gelieferte Stator unterhalb des Bodenniveaus auf Federpakete abgesetzt werden musste.
Außerdem meisterte unser Team anschließend auch den präzisen Einschub des Ro-tors in den Stator, bei dem Christian Helker die Steuerung des Hubsystems übernahm.