Starke Stützen für den Fortschritt

Montageteam aktiv im Nationaltheater Mannheim

Das Nationaltheater Mannheim erhält eine Generalsanierung. Neben der zukunftsfähigen Ertüchtigung des Bestandsgebäudes umfasst die Maßnahme auch bauliche Eingriffe im unmittelbaren Umfeld sowie im unterirdischen Bereich. Die Bestandswände werden demontiert und neu hergestellt.

Da die alten Tragwerke dafür nicht ausgelegt sind, errichtete unsere Montagegruppe unter der Projektleitung von Fabrice Metzler temporäre Rohrstützen, welche die gesamte Gebäudestruktur darüber während der Bauzeit tragen. Für den Einbau der sechs Stützen, wurden durch den Auftraggeber Leonhard Weiss GmbH & Co. KG vorab bauseitig Fundamentfüße angelegt, welche die entstehenden Kräfte ableiten können. 

Für das Einbringen des Materiales in den zukünftigen Probesaal wurde unser Ladekran Fassi 660 mit Winde genutzt. Jedes Teil – von der einzelnen Schraube, über die Rohrstützen bis zum Hydraulikheber – musste mit dem Ladekran ins Tiefgeschoss gehoben werden. Der kompakte Hoeflon Kran wurde
währenddessen mittels eines vorhandenen Turmdrehkranes an anderer Stelle in eine Zwischenebene verbracht und mit dem kleinen Teleskop-Raupenkran auf die richtige Ebene verhoben. 

Zunächst war es wichtig die Grundplatten der Stützen sehr genau auszurichten, damit diese nach Montage an der passenden Stelle im Deckenbereich die entstehenden Lasten aufnehmen konnten. Bei einer Raumhöhe von über elf Metern, wirken sich bereits wenige Millimeter Abweichung am Boden stark in der Höhe aus. Danach wurden die Grundplatten mit Trägern und Stehbolzen gegen Umfallen gesichert, damit die Rohrstützen während der Montage einen sicheren Stand behalten. Der Aufbau der dreiteiligen Rohre fand mit Hilfe einer Scherenhubbühne und eines Teleskop-Raupenkranes statt. Schwierig gestaltete sich das Aufsetzen der oberen Rohrteile, da bis zur Decke weniger als fünfzig Zentimeter Platz verblieben. Lösung war, diese Teile seitlich anzuschlagen und dann auf der stehenden Rohrstütze aufzustellen. 

Für die Fixierung der Hydraulikzylinder auf den Stützen wurde eine Halterung entwickelt, die an der Unterseite mittels einer 50mm dicken Grundplatte verschraubt werden konnte und an der Oberseite ein Stahlblech von 100mm Stärke fixiert, das die Kräfte im Gesamten auf die eingesetzten Zylinder überträgt. Zusätzlich wurde eine Halterung gebaut, um die massiven Konstruktionen mittels des Hoeflon Elektrokranes ferngesteuert auf den Rohren in fast elf Metern Höhe kräfteschonend absetzen zu können. 

Die Fernsteuerung der Arbeiten und die Fixierung mittels Schraubenverbindungen erfolgte ebenfalls von der Scherenhubbühne aus. Schließlich konnten die Hydraulikzylinder mit dem zugehörigen Aggregat verbunden und auf Anpressdruck gefahren werden, die nach Freigabe der Statiker und Ingenieure kraftschlüssig arretiert wurden. 

In nur zwei Tagen konnte der Aufbau abgeschlossen und die Last der Gebäudestruktur auf die Stützen übertragen werden. Dies ermöglicht die nun folgenden Arbeiten, wie das Entfernen von Mauerteilen und den Neubau von tragenden Wänden, damit das Theater in wenigen Jahren wieder neu eröffnet und bespielt werden kann.

Eingesetztes Equipment